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MARVEL-CORP.

GreekHistory

Steckbrief: Griechenland

Fläche: 131 957 km²
Einwohner: 10 631 000
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Hauptstadt: Athína (Athen)
Amtssprache: Griechisch
Währung: 1 Euro = 1 00 Cent
Bevölkerung: Griechen (offiziell 100
%), Mönchsrepublik Athos, Minderheiten von Mazedoniern, Türken, Bulgaren, Roma, Armeniern
Sprachen: Griechisch (Neugriechisch), griechische Dialekte (u.a. Pontisch, Tsakonisch)
Religion: Griechisch-Orthodox (97 %), Minderheiten von Muslimen, Protestanten, Katholiken, Juden
Arbeitslosigkeit: 9,8 %
Unabhängigkeit: Proklamation 13.1.1822, nominell 3.2.1830 (Londoner Protokoll)
Nationalfeiertag: 25.3.(Beginn des Befreiungskampfes gegen das Osmanische Reich 1821)


Geschichte

500-336 v.Chr.: Klassische Periode; in ihr hat vor allem der Stadtstaat Athen die Hauptrolle inne. Wichtigster Konkurrent ist Sparta. In den Jahren 490 und 480 (Schlachten bei Marathon und Salamis) widersetzen sich die Griechen erfolgreich dem Angriff der Perser. Durch die Perserkriege gewinnt Athen Macht und Anziehungskraft. Der Erfolg Athens beruht hauptsächlich auf der Politik des Themistokles, der auf die Flottenmacht setzt, um die Perser zu besiegen. Die folgenden Jahre sind durch den Glanz der klassischen Kultur charakterisiert; es setzt ein fieberhaftes Schaffen großer Künstler ein. In Athen werden großartige Werke geschaffen, von denen die berühmtesten die Bauten auf der Athener Akropolis sind. Die Demokratie nimmt ihre vollendetste Gestalt an. Der Widerstand Spartas und seiner Bundesgenossen führt schließlich zum peloponnesischen Krieg (431. 404 v.Chr.), dessen Ausgang die Niederlage Athens bedeutet. Sparta kann seinerseits die Vormachtstellung nur wenige Jahre lang behaupten. 371 wird Sparta im Kampf bei Leuktra besiegt, woraufhin Theben für ein Jahrzehnt zur Führungsmacht wird. Die folgenden Jahre stehen unter dem Zeichen zerstörerischer Kriege, die es den Griechen des Nordens erleichtern, ins Rampenlicht der politischen Bühne zu treten. So beginnt Philipp II. von Makedonien, seine Herrschaft auszudehnen, um schließlich im Jahre 338 v.Chr. in der Schlacht bei Chaironeia über die Athener und ihre Verbündeten zu triumphieren. Im Anschluss daran bereitet Philipp einen Kriegszug gegen die Perser vor, er wird jedoch ermordet, und so ist es sein Sohn Alexander der Große, der ein ungeheures Reich errichtet, das sich bis tief noch Asien hinein erstreckt.

336 - 146 v.Chr.: Die sogenannte hellenistische Epoche, innerhalb derer die Wissenschaften und die Künste sich hoch entwickeln. Die Städte Alexandria und Pergamon werden zu bedeutenden kulturellen Zentren.

323 v.Chr.: Nach dem Tod Alexander des Großen wird das Reich unter seinen Nachfolgern aufgeteilt. Die Teilgebiete werden zu Königreichen, unter denen nicht immer beste Beziehungen herrschen.

146 v.Chr. bis 330 n.Chr.:
Römische Zeit: Die Römer, die den Mittelmeerraum in den folgenden Jahrhunderten beherrschen sollten, unterwerfen Griechenland; Zerstörung Korinths. Während der römischen Zeit wird Griechenland oft von den Kaisern geehrt, so z.B. durch das hadrianische Bauprogramm in Athen. Zur selben Zeit entsteht eine große literarische Bewegung, die sich die klassische Literatur des 5. Jhs. v. Chr. zum Vorbild nimmt.

330 - 1453: Byzantinische Zeit.
Das byzantinische Reich war ein Vielvölkerstaat, dessen kulturelle Identität jedoch unübersehbar griechisch war. Dafür steht auch die Tatsache, dass die griechische Sprache die lateinische sehr schnell auch im Verwaltungsbereich verdrängte.

1453 - 1830: Osmanische Herrschaft.

1821: Im März proklamiert Erzbischof Germanós die Griechische Revolution, die in ihrer ersten Phase einige Monate lang erfolgreich war und zur Befreiung fast der ganzen Peloponnes führte. Der Freiheitskampf der Griechen findet die Unterstützung vieler europäischer Philhellenen und wird in den folgenden Jahren fortgesetzt.

1825 und 1826: Ibrahim Pascha unterwirft die aufständischen Griechen, und so fällt die Peloponnes erneut unter türkische Herrschaft. Die Griechen setzen ihren Kampf fort, der auch die Unterstützung der Großmächte findet.

1830: Im "Londoner Protokoll" wird die Existenz eines griechischen Staates offiziell als unabhängige Erbmonarchie anerkannt. Die Verwaltung und Leitung dieses Staates übernimmt der erfahrene griechische Diplomat Graf Ioannis Antonios Kapodistrias, der bis dahin Außenminister des russischen Zaren war. Kapodistrias wird im Oktober 1831 von politischen Gegnern ermordet.

1832: Die Großmächte beschließen, dass der noch unmündige Prinz Otto von Bayern zum König von Griechenland gekrönt wird. Ottos Regentschaft bringt sowohl vor seiner eigentlichen Regierungszeit, als bayrische Beamte die Regierung führten, als auch nach der Übernahme der Amtsgeschäfte durch ihn Unzufriedenheit hervor.

1844: Otto sieht sich gezwungen, eine Verfassung zu erlassen, wodurch es ihm gelingt, seine Amtszeit bis 1862 zu verlängern, dann werden die Wittelsbacher vertrieben.

1863: Sein Nachfolger wird der dänische Prinz Wilhelm von Holstein-Glücksburg, der unter dem Namen Georg I. den Thron besteigt, Großbritannien macht dem neuen König die ionischen Inseln zum Geschenk.

1880: Kreta erhebt sich gegen die Türkenherrschaft, doch der Aufstand misslingt. Dem griechischen Staat wird Thessalien sowie das Gebiet um Arta angeschlossen.

1897: Griechenland startet eine Kriegskampagne zur Befreiung Kretas, welche unter dem Namen "der erfolglose Krieg von 1897" in die Geschichte einging. Trotz der Niederlage Griechenlands erhält Kreta weitgehende Autonomierechte unter türkischer Hoheit.

1908: Als die kretische Nationalversammlung im Oktober die Vereinigung mit Griechenland ausruft, wagt der griechische Staat unter dem noch frischen Eindruck der Niederlage nicht, darauf einzugehen. Eine Militärliga, die sich innerhalb der Führungskräfte der griechischen Armee gebildet hatte, greift ein und lädt den Anführer der Kreter nach Athen ein. Es handelt sich um Eleftherios Venizelos, den Politiker, der die bedeutendste Rolle innerhalb der griechischen Politik der ersten Hälfte des 20. Jhs. spielen sollte.

1912: Griechenland und seine Verbündeten, die übrigen Balkanländer, rufen den Krieg gegen das osmanische Reich aus, mit dem Ziel, Makedonien zu erwerben. Durch den ersten Balkankrieg wird die Herrschaft der Türken auf das Gebiet um Konstantinopel beschränkt.

1913: Im Juni greift Bulgarien wegen der makedonischen Gebiete seine ehemaligen Bundesgenossen an. Als Ergebnis des zweiten Balkankrieges, der im August 1913 endet, erhalten Griechenland und Serbien den größten Teil Makedoniens.

1914: Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gerät König Konstantin I., Nachfolger des ermordeten Königs Georg I., mit seinem Wunsch nach Neutralität in Konflikt mit E. Venizelos, der Griechenland auf die Seite der Westmächte stellen will.

1916: Mit der Unterstützung der Westmächte, die die Insel Limnos sowie Saloniki einnehmen, gelingt es Venizelos, im Oktober in Saloniki eine Regierung zu bilden.

1917: Der König dankt im Juni zugunsten seines Sohnes Alexander ab.

1920: Im Vertrag von Neuilly erhält Griechenland den bulgarischen Teil Thrakiens sowie Smyrna mit seinem Hinterland.

1920: Im November verliert Venizelos die Wahlen, und im Dezember desselben Jahres besteigt Konstantin I. erneut den Thron.

1921: Die griechischen Streitkräfte dringen in Kleinasien ein und werden schließlich 1922 geschlagen.

1922: Nach dem Militärputsch vom September muss Konstantin I. wieder zurücktreten. Sein Nachfolger Georg II. wird 1924 verbannt.

1923: Griechenland verliert im Vertrag von Lausanne die Gewinne von 1920 wieder. Darüber hinaus muss ein Bevölkerungsaustausch von 1.500.000 Griechen, die in der Türkei leben, und 600.000 Türken, die auf griechischem Gebiet leben, stattfinden.

1924: In Griechenland wird die Republik ausgerufen.

1926: Das parlamentarische System wird für einige Monate durch die Diktatur des Generals Pangalos unterbrochen.

1928: Venizelos wird erneut Premierminister (bis 1932) und unterzeichnet Freundschaftsverträge mit Jugoslawien und Italien sowie einen Vertrag mit der Türkei.

Ab 1932: Zeiten der politischen Unruhe, die zur Rückkehr König Georgs II. führen, der Ioannis Metaxás bei der Einrichtung eines Diktaturregimes unterstützt.

1940: Griechenland tritt im Oktober in den Zweiten Weltkrieg ein. Es wehrt erfolgreich die italienischen Streitkräfte ab, die versuchen, über die albanische Grenze in das Land einzudringen.

April 1941: Einmarsch der deutschen Streitkräfte, Griechenland kapituliert. Die Regierung Tsouderós und der König verlassen das Land, die Besatzungsmächte (Deutsche und Italiener bis 1943, ab 1943 nur Deutsche) setzen Regierungen ein, die von ihnen gelenkt werden.

Seit 1942: Es bilden sich Gruppen des organisierten Widerstandes. Die Jüdische Bevölkerung Griechenlands wird in Konzentrationslager deportiert und ausgelöscht.

1944: Die deutschen Streitkräfte verlassen das Land. Premierminister wird Georgios Papandréou. Erzbischof Damaskinós übernimmt stellvertretend die Regentschaft.

1945: Griechenland wird Mitglied der UNO.

1945 bis 1949: Schwierige Zeit des Bürgerkrieges in Griechenland. Mitglieder linker Widerstandsgruppen liefern sich Kämpfe mit dem Regierungsheer; Griechenland hat auf beiden Seiten Opfer zu beklagen. Die Traumata des Bürgerkrieges führen über Jahrzehnte hinweg zu gesellschaftspolitischen Konflikten.

1946: König Georg II. kehrt nach einem Volksentscheid zurück. Er stirbt im darauffolgenden Jahr, sein Nachfolger wird Paul I.

1947: Griechenland erwirbt im Februar 1947 mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Italien die Dodekanes mit Rhodos.

1952: Griechenland wird Mitglied der NATO. In den fünfziger Jahren bis 1967 wird versucht, die Schäden der vorangegangenen unruhigen Zeiten auszugleichen.

1962: Assoziierungsvertrag mit der EWG.

1967: Eine Gruppe konservativer Offiziere unter Führung der Obersten Papadopoulos und Pattakos errichtet am 21. April eine Diktatur, die sich auf sogenannte "griechisch-christliche Ideale" beruft. Politische Gegner werden verfolgt, gefangen genommen und gefoltert.

1973: Im Juni ruft das Oberhaupt der Junta, Georgios Papadopoulos, die Republik aus. Doch General Gisikis übernimmt mit einem Putsch im November desselben Jahrs die Präsidentschaft.

1974: Im Sommer planen die Athener Putschisten einen Putsch auf Zypern, mit dem Erzbischof Makarios als Staatspräsident Zyperns abgesetzt werden soll. Das Misslingen dieses Planes sowie der Einmarsch der Türken auf Zypern haben den Zusammenbruch des Militärregimes zur Folge.

1974: Im Juli wird K. Karamanlis Premierminister. Mit der Volksabstimmung vom 8. Dezember 1974 wird die Monarchie abgeschafft.

1979: Im Mai wird der Vertrag über den Beitritt Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft unterzeichnet; er tritt am 1.1.1 981 in Kraft.

1980: Karamanlis wird zum Staatspräsidenten gewählt.

1981: Nach Parlamentswahlen bildet Andreas Papandreou eine neue Regierung.

1985: C. Sardsetakis wird zum Präsidenten gewählt.

1990: K. Mitsotakis wird Ministerpräsident. Im Mai wird Karamanlis erneut Staatsoberhaupt.

1993: Nach Wahlen zum Parlament übernimmt A. Papandreou trotz hohen Alters wiederum die Regierung.

1996: Beginn intensiver wirtschaftlicher Anstrengungen Griechenlands, die Maastricht-Konvergenzkriterien für eine einheitliche europäische Währung zu erfüllen. Im August löst Staatspräsident Konstantinos Stephanopulos das Parlament auf. Im September vorgezogene Wahlen, in deren Ergebnis der seit Januar amtierende Ministerpräsident Konstantinos Simitis in seinem Amt bestätigt wird.

1997/98: Griechenlands Hauptbestrebungen zielen auf eine möglichst baldige Aufnahme in das Europäische Währungssystem ab.

2004: Machtwechsel – Die Sozialisten der PASOK (stellten seit 1993 die Regierung) mit ihrem Premierminister Konstantinos Simitis erleiden eine Wahlniederlage. Konstantinos Karamanlis (Nea Demokratia) wird mit 47 Jahren zum Premierminister gewählt.
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August 2004: Athen ist Austragungsort der Olympischen Spiele 2004.

© 2004 Rundfunk Berlin Brandenburg




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